„Beheimatet“ in den Alpen und am Rhein Die vierte Begegnung zwischen dem Hilda-Gymnasium und dem Lycée André Argouges in Grenoble

Im Zentrum der Begegnung steht in jedem Jahr ein Projekt, in diesem Jahr drehte sich alles um das Thema „Heimat(en)“. Heimat- ein Wort, das sich nur schwer ins Französische übersetzen lässt, den Begriff gibt es so nicht in der französischen Sprache. Ist „Heimat" also etwas typisch Deutsches? Und wie kann man in Deutschland mit der schwierigen Vergangenheit - und leider mitunter auch der schwierigen Gegenwart - dieses Begriffes umgehen?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich 46 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Austausches mit dem Lycée André Argouges. Sie zeigten sich gegenseitig Fotos von den Orten, die für sie „Heimat" bedeuten, und erstellten daraus ein Fotonetz, das Teil der Ausstellung ist. Die Landschaft spielt wohl eine Rolle für das Heimatgefühl, vielleicht besonders, wenn man in einer imposanten Berglandschaft lebt wie die Gäste aus Grenoble. Davon zeugen die Fotos. Auch Gegenstände wurden mitgebracht, die Heimat bedeuten: ein Kuscheltier, Schlagzeugschläger, ein Buch, eine Kette, ein Schlüsselanhänger und vieles mehr. Dabei zeigte sich, dass Freunde und Familie eine wichtige Rolle für das Heimatgefühl spielen, aber auch dass die Kunst eine Heimat bieten kann.

Weil das Hilda-Gymnasium aber nicht nur Abi-Bac-Gymnasium ist, sondern sich ebenso durch eine multikulturelle Schülerschaft auszeichnet, wollten die Schülerinnen und Schüler wissen, wie es ist, mit mehreren Kulturen aufzuwachsen und welchen Einfluss das auf das Heimatgefühl hat.
Vertreter des Vereins „Young European Professionals“ (YEPs) haben über die Gründe für Flucht und Vertreibung informiert. Und es wurden Menschen selbst befragt: Dazu wurden acht Schülerinnen und Schüler des Hilda-Gymnasiums interviewt, die in einem anderen Land geboren sind oder deren Familien Wurzeln in einem anderen Land haben. Sie haben in Interviews Fragen beantwortet und Gegenstände vorgestellt, die sie mit „Heimat" verknüpfen. Ihre Geschichten kann man in der Ausstellung nachlesen, ihre Gegenstände auf den Fotos betrachten.

Vielleicht ist diese Ausstellung ja Anlass, ins Gespräch zu kommen miteinander. Das würde alle Beteiligten freuen. Es gibt noch viele Geschichten zu erzählen von den vielen Menschen an den beiden beteiligten Gymnasien. Beim Gegenbesuch der deutschen Schülergruppe im Mai 2020 in Grenoble kann dieses Projekt fortgesetzt werden.

Damit die französischen Schülerinnen und Schüler aber noch viel von Deutschland kennenlernen, gab es ein umfangreiches Programm. Der Besuch des Kinofilms „Frau Stern“ riss die Schüler aus den üblichen Kino-Sehgewohnheiten und präsentierte ein buntes Bild der deutschen Gesellschaft. In Frankfurt wurde das Goethe-Haus mitsamt Romantik-Ausstellung besucht und die Stadt Koblenz wurde bei einem Stadtrundgang auf sehr persönliche Art erlebt, indem die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre besten Erinnerungen und Lieblingsorte präsentierten.

Für alle Beteiligten war der Austausch ein großer Erfolg und die Freude auf ein Wiedersehen in Grenoble im Mai 2020 ist groß.

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