Gemeinsam nach Ruanda – Das Hilda-Gymnasium macht sich auf den Weg
Die Schüler der Klasse 5.2 stellen sich im Schuljahr 2026/2027 einer besonderen Herausforderung: Gemeinsam wollen sie die Strecke vom Hilda-Gymnasium in Koblenz zum Amahoro Stadium in Kigali bewältigen. Vor ihnen liegen insgesamt 8.806 Kilometer. Davon sollen 7.866 Kilometer zu Fuß bewältigt werden. Ein Teil der Strecke wird im Sportunterricht zurückgelegt, die überwiegende Zahl der Kilometer sammeln die Schüler zusätzlich in ihrer Freizeit. Der Sportlehrer unterstützt mit seinen eigenen Läufen das Klassenziel.
Eine Klasse – eine Herausforderung – ein Ziel
Gemeinsam als Klasse gilt es, diese besondere Herausforderung zu meistern und zu erfahren, was möglich ist, wenn alle zusammenhalten, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Denn am Ende zählt nicht, wie viele Kilometer ein einzelnes Kind schafft, sondern was wir gemeinsam als Klasse erreichen können. Die Bewältigung dieser Herausforderung erfordert neben konditionellen Fähigkeiten vor allem Teamgeist, gegenseitige Motivation und die Unterstützung durch die Mitschüler und durch die eigenen Eltern. „Ein solches Projekt verbindet sportliche Herausforderung mit Gemeinschaft und Neugier auf die Welt. Die Schüler erleben, dass jeder einzelne Beitrag zählt und dass ein großes Ziel erreichbar wird, wenn man es gemeinsam verfolgt. Ich freue mich sehr darüber, mit wie viel Begeisterung und Eigeninitiative die Klasse diese Reise begonnen hat“, sagt Ralf Schulte-Melchior, Schulleiter des Hilda-Gymnasiums.
11 Länder - vielfältige Landschaften mit geographischen Höhepunkten
Die virtuelle Route führt die Klasse durch elf Länder: Deutschland, Frankreich, Algerien, Niger, Nigeria, Kamerun, Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und schließlich Ruanda.
Dabei gibt es auch geographisch einiges zu entdecken. Insgesamt warten rund 35.305 Höhenmeter auf die Klasse. Die Route führt über das Mittelmeer, durch die Sahara, über den nördlichen Wendekreis und schließlich über den Äquator.
Mit jedem Abschnitt verändert sich die Landschaft: von den vertrauten Landschaften Mitteleuropas über die Wüsten Nordafrikas bis zu den Savannen und tropischen Regenwäldern Zentralafrikas. Die Schüler begegnen dabei unterschiedlichen Savannentypen – von der Dorn- über die Trocken- bis hin zur Feuchtsavanne. Im tropischen Regenwald gehört die Regenjacke schließlich zur unverzichtbaren Ausrüstung der virtuellen Expedition.
Und die Reise hat bereits begonnen: Zum Redaktionsschluss befindet sich die Klasse schon fast am Mittelmeer. „Wir liegen hervorragend im Zeitplan. Besonders schön ist es zu beobachten, mit wie viel Motivation die Kinder dabei sind. Die Freude und der Stolz, wenn wieder einige Kilometer gemeinsam geschafft wurden, sind deutlich zu spüren“, berichtet Fabian Hillingshäuser-Marx, Sportlehrer der Klasse 5.2 und Initiator des Projekts.
Sport trifft Erdkunde
„Gemeinsam nach Ruanda“ verbindet Sport und Erdkunde zu einem fächerübergreifenden Unterrichtsprojekt.
Während die Schüler im Sportunterricht Kilometer sammeln und dabei ihre Ausdauer trainieren, wird die zurückgelegte Strecke im Erdkundeunterricht zum Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit unterschiedlichen Lebensräumen und dem Partnerland Ruanda.
Auf der Reise sind fünf thematische Stationen vorgesehen. Die Klasse setzt sich intensiv mit verschiedenen Lebenswelten auseinander. Am Beispiel der Oasenstadt El Menia (Algerien) erfahren die Schüler das Leben in der Wüste, die Nutzung der Dattelpalme und die touristische Weiterentwicklung. Weitere Stationen widmen sich Ruanda selbst, dem Leben in Städten und Dörfern sowie dem Stellenwert von Sport im Partnerland.
Auf diese Weise wird Geographie nicht nur aus dem Schulbuch vermittelt. Die Schüler verfolgen ihre eigene Reise auf der Karte und verbinden die zurückgelegten Kilometer mit den Landschaften, Ländern und Lebensbedingungen entlang der Route.
Ruanda im Mittelpunkt der Schulgemeinschaft
Das Projekt richtet den Blick jedoch nicht ausschließlich auf die Klasse 5.2. Vielmehr soll das Partnerland von Rheinland-Pfalz auch in der gesamten Schulgemeinschaft wieder stärker sichtbar werden.
Passend zum Start des Projekts wurde zu Beginn des Schuljahres dankenswerterweise vom Ruanda-Verein Rheinland-Pfalz die Ruanda-Ausstellung am Hilda-Gymnasium aufgezeigt. Sie lädt Schüler, Lehrkräfte und Besucher dazu ein, sich mit Ruanda, seinen Menschen und der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda auseinanderzusetzen.
Der Weg ist das Ziel
Noch liegen tausende Kilometer vor der Klasse. Bis zum 25. Juni 2027, dem letzten Schultag des Schuljahres, haben die Schüler Zeit, ihr gemeinsames Ziel zu erreichen. Ob am Ende tatsächlich die letzten Kilometer bis zum Amahoro Stadium gelaufen sind, wird sich zeigen. Sicher ist jedoch schon jetzt: Wir sind bereits auf dem Weg nach Ruanda. Die Reise hat ihren ersten wichtigen Schritt gemacht.
Vielleicht liegt der eigentliche Erfolg des Projekts deshalb auch gar nicht allein darin, Kigali zu erreichen. Vielmehr geht es darum, gemeinsam unterwegs zu sein, neue Perspektiven kennenzulernen und zu erleben, dass aus vielen kleinen persönlichen Beiträgen eine große gemeinsame Leistung entstehen kann: Jeder Kilometer zählt - Jeder Schritt bringt die Klasse näher ans Ziel.
Kontaktdaten:
Fabian Hillingshäuser-Marx
Lehrkraft für Sport und Erdkunde am Hilda-Gymnasium in Koblenz
