„Ich hab‘ das Lachen nicht verlernt.“ – Holocaust-Überlebende Edith Erbrich erinnert im Hilda-Gymnasium an den NS-Terror

Die Zeitzeugin begann mit der Erzählung über ihre Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg, ein trauriges Kapitel in der deutschen Geschichte, welches nicht in Vergessenheit geraten soll. Dies gilt umso mehr, als dass der Rechtsextremismus wieder auf dem Vormarsch ist.

Edith Erbrich, welche im Jahr 1937 in Frankfurt am Main geboren wurde, galt als deutsch-jüdisches ‚Mischlingskind‘. Ihr Vater war Jude und ihre Mutter Christin. Am 14. Februar 1945 wurde Edith Erbrich dann mit einem der letzten Transporte in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie war zu diesem Zeitpunkt erst sieben Jahre alt. Die Zeitzeugin berichtete: „Es war der schlimmste Tag in meinem Leben.“ Am Morgen erfuhr sie, dass ihre Mutter, da diese als „Arierin“ galt, nicht mit ihrer Schwester und ihrem Vater mitkommen würde. Da die Zeitzeugin eine große Angst vor der Trennung hatte, versuchte sie sich auf dem Weg zu den Wagons so gut wie möglich das Gesicht ihrer Mutter einzuprägen. „Ich war so fokussiert darauf, dass ich mich nur vage an die Menschen erinnere, die uns anspuckten“ sagte sie. Die Fahrt nach Theresienstadt dauerte fünf Tage, das Ziel kannte die Frau zu diesem Zeitpunkt nicht. Edith Erbrich referierte, wie schockiert sie über das Verhalten der Aufseher des Konzentrationslagers war. „Der Hass muss so groß gewesen sein“, behauptete sie. „Sie machten sich über uns lustig und amüsierten sich“.

In Theresienstadt wurden ihr die Haare abrasiert und sie musste sich ausziehen: „Wir wurden gedemütigt.“ Im Konzentrationslager verbrachte Edith Erbrich dabei eine Zeit unter unmenschlichen Bedingungen, bis in der Nacht zum 8. Mai 1945 die russische Armee das Lager befreite. Mit den Worten „Wir sind frei!“ stürmte Ediths Vater gemeinsam mit ihrer Schwester in das Zimmer, in dem sie sich aufhielten. Zu diesem Zeitpunkt konnte sie noch gar nicht richtig verarbeiten, was mit ihr geschah. „Oft blickte ich zurück und hatte Angst, dass die Aufseherin zurückkommen würde und mich wieder mitnimmt“ fügte sie hinzu. Der allerschönste Moment, von dem sie sprach, war das Wiedersehen mit ihrer Mutter. Es war nach ihrer Aussage „unbeschreiblich“. Die Zeitzeugin konnte ihr Glück kaum glauben: „Wenn man so viel Leid erlebt hat, glaubt man an so etwas Schönes nicht mehr.“

Das eindrucksvolle Gespräch hat die Schülerinnen und Schüler sehr berührt. Vielen Dank Frau Erbrich für ihren Besuch. Wir werden behutsam sein und, wie sie es uns mitgegeben haben, darauf achten, dass sich solche Geschehnisse nie wiederholen!

Bericht: Laurien Hartenfels (MSS 11)

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