Klasse 9.4 im SchulKino – ‚Wackersdorf‘: Als die Bürger über die Politik siegten

Er spielt in den 1980er-Jahren und handelt von der Planung einer nuklearen Aufbereitungsanlage im bayerischen Wackersdorf. Der zuständige Landrat des Landkreises Schwandorf, Hans Schuierer, welcher im gesamten Film unter politischen Druck steht, da die wirtschaftliche Situation vor Ort schwierig ist, sieht zunächst ausschließlich den positiven Effekt für die Gemeinde und die Zukunft des Landkreises.
Bei dem Vertreter der DWG (Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen) Billinger, der das Projekt leitet, ist hierbei während der gesamten Spieldauer das manipulative Verhalten zu erkennen, mit dem er versucht, Schuirer auf seine Seite zu ziehen. Es entsteht schlussendlich eine große Protestbewegung, der sich immer mehr Menschen anschließen. In dem Film werden hierzu originale Szenen gezeigt, was die Anschaulichkeit und Nachvollziehbarkeit für uns nochmals erhöht hat. Der Landrat will diese zunächst unterbinden, bekommt dann aber doch Zweifel, ob die geplante Anlage doch so harmlos ist. Im Endeffekt schließt sich Hans Schuirer den Protesten an und verweigert die Unterschrift. Das veranlasst die Staatsregierung ein neues Gesetz zu erlassen. Mit diesem können sie ohne Zustimmung und Unterschrift des Landrates anfangen zu bauen. Am Ende wird dann gezeigt, wie Schuirer eine Rede vor den Protestanten hält, in der er dem damaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß offen gegenübertritt und dessen Integrität anzweifelt. Nach der Erfahrung des Unglücks in Tschernobyl und den andauernden Protesten wird der Bau in Wackersdorf schlussendlich eingestellt.
 
In dem Film werden originale Szenen von den Protesten gezeigt, was die Anschaulichkeit und Nachvollziehbarkeit für uns nochmals erhöht hat. Im Anschluss wurde erneut mit den Experten eine Debatte über politische Mündigkeit und Teilhabe geführt. Zudem analysierten wir gemeinsam das Verhalten einzelner Figuren wie etwa die Rolle der Frau oder einzelne Szenen wie beispielsweise Schuirers Blick in den Spiegel zu Beginn des Films.
Hiernach ging es zurück in die Schule. Auch auf dem Rückweg unterhielten wir uns noch über den Film, nannten positive und negative Aspekte und konnten für uns festhalten, dass es insgesamt ein informatives und interessantes Erlebnis mit Wiederholungsbedarf war.
 
Bericht: Kathrin Schuster

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